Point-Kaizen-Berater – vergessen Sie’s

Ich fasse es manchmal nicht – jetzt war ich innerhalb von 2 Wochen bei 2 Werken in der Schweiz und Deutschland, die jeweils  1 ½ Jahre versucht haben, Lean mit Hilfe von Point-Kaizen in Ihrem Unternehmen breitflächig einzuführen und gnadenlos gescheitert sind. Vor 5 Jahren habe ich darüber mit Dan Jones gesprochen. Dan sagte mir nur: „Bodo, du kannst nichts … Weiterlesen

Demokratie oder Diktatur?

Letztens war ich in einem Unternehmen, welches stolz darauf war, alles mit allen im Konsens zu entscheiden. „Dann wissen wir, dass alle dahinter stehen und es auch ausgeführt wird“. „Stimmt das?“, habe ich mich gefragt.

Nun, wenn es stimmt, hieße das ja, dass alles umgesetzt und ausgeführt wird, was beschlossen wurde – also unternehmerisches Schlaraffenland – die Lösung halt.

Gibt es da nicht auch Nachteile? Nun, da wäre zuerst einmal die Frage zu stellen, was heißt mit allen – die ganze Belegschaft oder nur die Geschäftsführung? Nun ja, auf Nachfrage war es in diesem Unternehmen dann die 1. und 2. Führungsebene. Ach so – und dann law and order? oder weiter Konsens? D.h. wenn die obere oder die oberen Führungsebene(n) etwas beschlossen haben, wird das dann auch von den Teamleitern und den Shopfloor-Mitarbeitern getragen? Arbeiten diese dann von rechts nach links statt von links nach rechts?

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Das Bau-Desaster

Warum schaffen es die Briten, Terminal 5 am Flughafen London Heathrow vor der Zeit fertig zu stellen und das geplante Budget um 10% zu unterschreiten? Warum schaffen es die Briten alle Olympiagebäude pünktlich und ohne Budgetüberschreitungen abzuliefern?

Und warum schaffen wir es nicht, den Flughafen Berlin Schönefeld oder die Elb-Philharmonie pünktlich und ohne Budgetüberschreitungen fertig zu stellen? Und warum schaffen wir es nicht, den Bahnhof Stuttgart 21 ohne Budgetüberschreitungen zu bauen? Warum also versemmeln wir Milliarden und die Briten nicht?

Ganz einfach. Terminal 5 und alle größeren öffentlichen Projekte in Großbritannien werden nach Lean-Prinzipien abgewickelt.

Sie sagen: „Das geht nicht?“

Das geht! Wie?

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Die 5L-Methode

An Weihnachten möchten ich Ihnen die 5L-Methode ans Herz legen. Sie hat nur ein Ziel: Die ruhigsten Tage des Jahres für sich zu nutzen.

Die 5L-Methode besteht aus den 5 Elementen:

  • Loslassen
  • Locker werden
  • Langweilen
  • Leben
  • Lieben

Loslassen: Lassen Sie los zwischen Weihnachten und Neujahr – retten Sie die Welt nicht mehr.

Locker werden: Übernehmen Sie nicht den Haushalt – diesmal nicht – planen Sie nicht die freie Zeit generalstabsmäßig, sondern lassen Sie einfach die Seele baumeln.

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Fachkräftemangel

Am Donnerstag, den 29.11.2012 wurde ein Bereicht im ZDF heute Journal gesendet, der zum Inhalt hatte: Es gibt keinen Fachkräftemangel in Deutschland.

Ich würde sagen ja und nein.

Ich hatte vor 4 Jahren selbst Focus geschrieben, dass wir heute keinen Fachkräftemangel in Deutschland haben. Das stimmt und dabei bleibe ich. Dabei liegt die Betonung auf heute.

Meine Argumentation damals wie heute:

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Einwurf: Kann man Fußball standardisieren?

Ich bin kein Fußballprofi, habe eigentlich keine Ahnung davon. Doch als ich das Spiel Deutschland gegen die Niederlande gesehen habe, schossen mir ein paar Gedanken durch den Kopf.

Ein taktisch hochinteressantes Spiel, hieß es. Da schoben sich hochbezahlte Kicker mehr hilflos als professionell die Bälle von links nach rechts und dann wieder von rechts nach links. Der Gegner stand in einem Bereich von 30 m und deckte den Raum und die Spieler. Bei zufälligen Eingebungen eines Spielers wurde in die Tiefe gespielt und dann wurde es mitunter gefährlich.

Nun, ich kenne dieses von links nach rechts und rechts nach links vom Handball. Dort stehen sich 6 Spieler gegenüber – Raum und Spieler sind eng gedeckt – genauso wie beim Fußball. Und was machen die, um den Gegner zu überwinden?

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24/7-Erreichbarkeit – Ein Armutszeugnis des Managements

Im Sommer war ich in den USA und habe mich gewundert, warum die Amerikaner im Meer oder im Pool stehen und nicht schwimmen. In einem Pool war sogar schwimmen verboten!

In der letzten Woche ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen. Amerikaner müssen immer erreichbar sein. 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

Die Managementkultur in amerikanischen Unternehmen erwartet, dass die Manager immer erreichbar sind. Das strahlt Dynamik, Managementqualität,

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Gehen lernen in der Verwaltung

Letzte Woche war ich bei einem Unternehmen, bei dem ich die Geschäftsführung coache. Dort kam die Frage auf: Wie können wir denn in der Verwaltung unsere 5S-Walks durchführen und dort gehen lernen.

Nun dies ist eine interessante Frage und eben nicht so leicht wie auf dem Shopfloor, doch im Prinzip ähnlich.

Das äußere Bild einzufangen gelingt am besten, wenn man sich zuerst die Sozialbereiche anschaut. Wie sieht es in der Küche aus, wie am Kopierer oder in der Bibliothek? Ist alles beschriftet, befinden sich die richtigen Gegenstände an der richtigen Stelle und was steht an den Infotafeln? Werden die Informationen gepflegt, hängen alte Informationen dort, sind die Mess- und Kenngrößen aktuell oder hinken sie hinterher?

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Mit den Gabelstaplern auf Du und Du

Letztens bin ich wieder durch ein Unternehmen geführt worden, dass Lean ist – Aussage des Geschäftsführers. Wie konnte ich ihm widersprechen?

Nach dem obligatorischen Rundgang frage er mich ganz euphorisch: „Das ist doch lean, oder? Was müssen wir noch machen?“ Nun, was sollte ich jemandem sagen, der eine super aufgeräumte und toll aussehende Produktion hatte? 5S vom feinsten sozusagen. Der mich aber von vorne nach hinten und nicht von hinten nach vorne durch die Produktion geführt hat. Dann auch noch stolz auf sein Lager war, welches er ganz lean als Supermarkt bezeichnete. Dann die wunderbar markierten Transportwege, die sich als Autobahnen für Gabelstapler herausstellten. Mit Maximalspeed wurde da alles wieder aus dem Supermarkt transportiert.

Ich habe darum gebeten, uns an einen Ort zu bringen, an dem man die ganze Fertigung übersehen konnte. Mühsam sind wir dann auf eine Plattform geklettert, die früher für die Kranfahrer angelegt worden war. Nun, dort standen wir also und haben uns seine wirklich schön aufgeräumte Firma angeschaut. Auch von hier oben konnte man sehen, welche Mühen und Energie in die 5S-Aktion gesteckt worden war, fast in Perfektion ausgeführt.

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Einwurf: Ein wirklich gutes Produkt

In meinen Urlaub habe ich ein Produkt gesehen, von dem ich absolut beeindruckt bin. Es wurde in den letzten Jahrzehnten konsequent, strategisch und professionell entwickelt und wird ständig, auch in Zukunft, zu einem absoluten Spitzenprodukt weiterentwickelt. Kundenbedürfnisse wurden aufgenommen und in jeder möglichen Weise berücksichtigt. Eventuell auftretende Probleme im vor hinein identifiziert und gelöst. Absolut professionell vermarktet und gemanagt. In jedem Sinn ein wirkliches Spitzenprodukt.

Sie fragen sich jetzt sicher, was für ein Produkt ist das denn nun.

Es ist eine Stadt – ja eine Stadt – ich rede von Singapur:

Nicht, dass ich dafür Reklame machen möchte, sondern ich war wirklich beeindruckt wie konsequent diese Stadt zu einem Markenprodukt ausgebaut wurde – hier könnten sich wirklich viele Unternehmen etwas abgucken in Bezug auf langfristige Strategieentwicklung, erfolgreiche Umsetzung von Kundenorientierung und Erfüllung von Kundenbedürfnissen.

Nun, wie ist es dazu gekommen? Am Anfang stand die Überlegung, wie kann sich diese Insel zu einem prosperierenden wirtschaftlich gesunden und attraktiven Staat entwickeln. Den Industrien, die man ansiedeln wollte, wurden steuerliche Vorteile gewährt. Der Finanzwelt geringe Gewinnbesteuerung gewährt. Der Tourismus wurde angekurbelt durch den Ausbau des Flughafens, durch die Investition und Subventionierung der Flugpreise, durch die Einrichtung einer zollfreien Zone und durch attraktive Hotelbauten, durch Schaffen von Attraktionen, Museen sowie durch den Ausbau einer ganzen Insel voller Vergnügungsplätzen mit künstlichen Lagunen und Sandstränden, Beachbars, Restaurants und, und, und … Darüber hinaus hat man die Stadt mit drakonischen Straferlässen vor Kriminalität und Drogenkonsum (hier droht die Todesstrafe) sicher gemacht.

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