Beurteilung des Pandemie-Managements aus Sicht eines Lean Managers

Das Pandemie-Management der Politik hat versagt und dem Ansehen der Politik schwer geschadet.

Nun können Sie sagen, hinterher ist man immer schlauer und warum kritisiert der Wiegand das jetzt?

  1. Nun, eine neue Regierung hat die Chance, die Fehler der alten Regierung nicht zu wiederholen und könnte einen Neuanfang wagen.
  2. Im Pandemie-Management sind von vorne herein grundlegende Fehler gemacht worden, die man aus Sicht eines Lean Managers hätte vermeiden können und müssen.

Wie komme ich auf diese Beurteilung? Die Sichtweise eines Lean Managers ist in der Lean Philosophie begründet

Werte für den Kunden ohne Verschwendung zu schaffen

Nur, wer ist denn der Kunde in einer Pandemie? Natürlich der Bürger, den es in einer Pandemie in jeder Beziehung zu schützen gilt.

Was ist geschehen?

Spätestens bei den Bildern aus Bergamo hätte die Politik erkennen müssen, dass es sich nicht nur um eine normale Grippe, sondern um eine Gefährdung der Bevölkerung von katastrophalem Ausmaß handelt. Bei dieser Pandemie handelt es sich um eine Katastrophe, die allein in Deutschland über 100.000 Tote gekostet hat.

Spätestens also zu diesem Zeitpunkt hätte man die Pandemie als Katastrophe einschätzen und wie in einem Katastrophenfall handeln müssen.

Die Flut 2021 wurde doch auch als Katastrophe bezeichnet und dort gab es 130 Opfer. Warum die Pandemie immer noch nicht?!

Aber es ist ja nur eine Pandemie!

In einem Katastrophenfall bildet man ein Expertenteam aus den besten Spezialisten und Fachleuten, die man finden kann.

Diese Gruppe unabhängiger Experten hätte das Pandemie Management übernehmen und die wöchentlichen Krisenlage der Bevölkerung mitteilen müssen. Damit hätte man völlig unabhängig von der Politik und deren Ambitionen Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit hergestellt.

Man hätte sofort ein leerstehendes Bürogebäude anmieten und das Team von Experten mit ihren Arbeitsgruppen dort in einer Zentrale zusammenziehen müssen.

Damit hätte man eine zentrale Steuerung der Pandemie etabliert, die mit Hilfe kurzer Informationswege, das gesamte notwendige Handeln zentral steuern können.

Darüber hinaus hätte der Katastrophenfall diesem Gremium von Fachkräften große Kompetenzen für weitreichende, aber notwendige Entscheidungen gegeben. Diese Entscheidungen hätte man, falls notwendig, von der Politik genehmigen lassen und bundesweit durchsetzen können.

Alles zentral gesteuert, auf Basis von Expertenwissen, mit stabilen Prozessen und mit klaren Verantwortlichkeiten und unabhängig von der Politik. Stattdessen haben wir einen bundesweiten Flickenteppich von unterschiedlichen Maßnahmen bekommen.

In solchen Krisensituationen will die Bevölkerung durch die Krise geführt und nicht durch konträre Aussagen verunsichert werden.

Die Basis für Lean Management bilden stabile Prozesse. Das heißt, man hätte auf Basis der Meinung der Experten eine schonungslose Bestandsaufnahme machen und Szenarien durchspielen müssen, was hier passieren könnte.

Aufbauend auf diese Szenarien und dem Expertenwissen, hätte man dann Maßnahmenpläne entwickelt, um die anstehende Krise in den Griff zu bekommen.

Es wäre sehr schnell klar geworden, dass nur eine Impfpflicht zur Bekämpfung der Pandemie helfen kann. Diese hätte in dieser dann ausgerufenen Katastrophenlage jederzeit durchgesetzt werden können und wäre vom Bürger verstanden worden.

Eine zweite wichtige Maßnahme hätte die Nachverfolgung von Corona Fällen betroffen. Ohne einen Impfschutz war dies damals die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen.

Das heißt, ein Team hätte die Nachverfolgung von Corona Fällen organisieren und dafür sorgen müssen, dass jeder – aber absolut jeder – Fall nachverfolgt wird. Auch wenn das dazu geführt hätte, dass man dort 500 oder 2000 Mitarbeiter zusammengezogen hätte, um die Gesundheitsämter bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.

Statt dieser zentralen Organisation der Nachverfolgung, haben die Bürger schnell gemerkt, dass die Ämter überfordert waren und der Schutz damit nicht mehr gegeben war. Damit war der Bürger hilflos den Viren und deren Verbreitung ausgeliefert. Damit hatte der Staat das erste Mal versagt.

Das 2. Team hätte sich um die Sicherheit der Ärzte und des Pflegepersonals kümmern müssen. Also Masken und Schutzschilder weltweit einkaufen müssen. Denn in Italien sind über 280 Ärzte und Pflegekräfte gestorben.

Das 3. Team hätte die Verteilungslogistik organisieren und umsetzen müssen.

Stattdessen wurden riesige Summen an Apotheken gezahlt, die für die Ausgabe von Masken 6 – 8 € kassiert haben. -Für mich pure Verschwendung-. Wäre es nicht im Falle einer Katastrophe Bürgerpflicht gewesen?

Dieses Team hätte sich dann auch frühzeitig mit dem Problem einer möglichst geordneten und gerechten Verteilung von Impfstoffen widmen müssen. Um hier stabile Prozesse zu erzeugen, hätte man eine bundesweite Datenbank aufbauen müssen, in der jeder Bürger erfasst worden wäre, um die Verteilung und Zuordnung von knappen Impfstoffressourcen abzusichern. Wobei hierbei davon ausgegangen werden muss, dass es sich um eine einmalige in diesem Katastrophenfall notwendige und geduldete Zusammenfassung aller Einwohnermeldedaten handelt. Nur so hätte man für eine gerechte und transparente Verteilung sorgen und damit stabile Prozesse etablieren können. In einem Katastrophenfall wäre dies eine notwendige Maßnahme gewesen, die man mit allen möglichen Datenschutzexperten hätte besprechen können.

Die am Horizont aufsteigende Hoffnung Impfstoff wurde nicht auf Basis des Bürgerschutzes als das Wichtigste entschieden und genug Impfstoff für alle bestellt, sondern eine gemeinsame europäische Politik verfolgt, die als wichtiger erachtet wurde.

Also wurden Angebote – zum Beispiel von Biontech –, nicht angenommen, sondern die EU-Variante gewählt, was natürlich Verstörung bei den Bürgern hervorgerufen hat.

Die danach anlaufende Verteilung der Impfstoffe stellte sich jedermann dann auch als Katastrophe dar.

Hätte man wie oben beschrieben ein Register aller Bürger gehabt, wie z.B. in Spanien oder Dänemark, hätte man stabile Prozesse installieren können. Das heißt, zuerst wären alle Ärzte und das Pflegepersonal geimpft worden – wirklich alle. Dann hätte man anfangen können, alle vulnerablen Personengruppen, Kranke, Vorgeschädigte, 90- und 80-jährige, Heimbewohner, etc. anschreiben und impfen können und nicht: Wenn Sie einen Impftermin haben wollen, melden Sie sich auf der Internetseite – Portal XY an.

Super Idee für 80- und 90-jährige. Wenn man die Termine zentral vergeben hätte, hätte keiner das Gefühl gehabt, um einen Termin kämpfen zu müssen – es wäre gerecht gelaufen. Dann hätte man auch gewusst, „Sie sind 6 Monate nach der 2. Impfung und bekommen in XY-Tagen einen Booster Termin“. Da hätte sich keiner aufregen können. Jeder hätte seinen Termin in der Reihenfolge der Jahrgänge bekommen.

Das 4. Team hätte sich mit den finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Lockdowns beschäftigen müssen. Abschätzen, was es für Gastwirte, für Hoteliers, für Firmen, für Geschäfte, etc. bedeutet und wie man diese wirtschaftlichen Auswirkungen kompensieren kann – unbürokratisch und doch gezielt und vor allem schnell.

Das 5. Team wäre geprägt von Informations- und Kommunikationsprofis, die zentral die Informationen an die Bürger und Politiker hätten geben können. Den Bürgern, um ihnen Sicherheit zu geben und den Politikern, um ihnen eine einheitliche Kommunikationsstrategie an die Hand zu geben, um damit die Fragen der Bürger zielgerichtet und sachlich beantworten zu können.

Das 6. Team hätte dann aus angesehenen Staatsrechtlern bestanden, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesverfassungsgericht die notwendigen Gesetzesvorlagen erarbeitet hätte.

Wobei wir dann bei dem 7. wichtigen Team angekommen wären. Dem Team, das für die zukünftige Pandemie-Bekämpfungsstrategie verantwortlich gewesen wäre.

Auf Basis der Entscheidungen für eine Impfpflicht und für ein durchgängiges Impfregister, sowie einer 100%tigen Nachverfolgungsstrategie, unterstützt durch eine gut funktionierende Nachverfolgungssoftware, hätte man die Pandemie frühzeitig in den Griff bekommen können. Die Booster Impfungen wären im Sommer diesen Jahres geordnet angelaufen, die Bürger durchgehend geimpft und die Ungeimpften mit harten Strafen belegt worden.

Stattdessen hat man die Bevölkerung auf Basis von wahltaktischen Überlegungen in die 4. Welle getrieben, mit all seinen dramatischen Auswirkungen.

Deshalb sollte eine Krise niemals Spielball politischer Interessen sein, sondern muss immer auf Basis von Expertenwissen und für den Kunden – den Bürger – von Profis gemanaged werden.

Stattdessen haben wir einen bundesweiten Flickenteppich von verschiedenen Maßnahmen erhalten und sich selbst darstellender Politiker. Diese Politiker haben nicht den Bürger, sondern sich und ihre Popularität in den Vordergrund gestellt und damit ihren Kunden – dem Bürger – und sich selbst keinen Gefallen getan.

Lean Management heißt, vorausschauend auf Basis stabiler Prozesse im Sinne des Kunden zu handeln und nicht die Frösche fragen, ob sie den Sumpf stilllegen dürfen. Politiker sollten die Interessen der Bürger vertreten. Das heißt, auch unpopuläre Entscheidungen treffen, die vielleicht noch nicht im Meinungshoch liegen, aber notwendig sind, um diese zu schützen und dessen Interessen zu vertreten.

In Meinungsumfragen verliebte Politiker sind eben keine guten Krisenmanager.

Ein Satz zur augenblicklichen Situation bzgl. der Omikron Variante. Sorry, aber wenn man befürchtet, dass es zu Versorgungsengpässen und Personalknappheit bei Polizei und Pflegepersonal kommen könnte, wäre es jetzt nicht an der Zeit den Katastrophenfall auszurufen??

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch in ein hoffentlich gutes neues Jahr 2022.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns gewogen – bleiben Sie lean!

Ihr

Dr. Bodo Wiegand

P.S.: Ein gutes hat die Pandemie wenigstens hervorgebracht: Endlich haben – hoffentlich auch die Politiker – verstanden, dass eine Abhängigkeit von Rohstoffen, von Produkten oder Informationen ungesund sind und schnellstens behoben werden muss.  Wir pumpen Billionen in die Landwirtschaft, um sie zu erhalten und nicht abhängig zu werden. Wir sollten schnellstens sehen, wie wir diese Abhängigkeiten als europäische Gemeinschaft beseitigen können, um nie wieder in solche Abhängigkeiten zu geraten und ganze Branchen und deren Know-how zu verlieren.

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