Billig ist teuer

… das gilt nicht nur für meine Schuhe, die ich über 10 Jahre – ein Paar sogar über 20 Jahre – trage – natürlich nicht täglich.

Früher habe ich bei meinem O-beinigem Handballer-Gang ein Paar Schuhe in einem Jahr verschlissen.

Dies gilt auch für meine Uhr, die ich seit 40 Jahren täglich trage – bis auf die jede 10 Jahre fällige Inspektion natürlich.

Dies gilt auch für meinen sehr häufig genutzten Koffer, der nach 16 Jahren repariert werden musste – kostenlos natürlich.

Aber nicht nur bei Qualitätsproblemen, sondern auch im Alltag beweist sich immer wieder:

Billig ist teuer.

Doch nicht nur dort.

Wenn ich mir anschaue, wie Weltmarktführer ihre erstklassigen Produkte mit einem hohen Anteil innovativer Ideen und toller Ingenieursarbeit mit billigen Motoren, Pumpen oder anderen billigen Komponenten aus Niedriglohnländern ausstatten, könnte ich manchmal in die Luft gehen.

Zumal, wenn man sich dann in diesen Unternehmen die Fertigung und Verwaltung anschaut.

Dort wären noch viel mehr Potentiale zu heben, die diese „Einkaufserfolge“ jederzeit übertreffen würden.

Diese Unternehmen machen sich abhängig von langen Lieferketten, langen Lieferzeiten und fragwürdigen Qualitäten, die ihren Top Produkten eine kaum vorhersehbare Lebensdauer bescheren. Womit dann der Ruf des absoluten Qualitätslieferanten mit der Zeit abnimmt und sich der Kunde anderen Produkten zuwendet.

Der Einkauf hat sich optimiert, doch betrachtet man die Prozesskosten vom Vertrieb, über das Lieferantenmanagement und die damit verbundenen Komplexitätskosten bis zu den erhöhten Lagerkosten, wird man feststellen, dass sich dies nicht wirklich lohnt und man den Markenwert letztlich nachhaltig schädigt.

Langfristig wird nur der überleben, der innovative Produkte mit höchster Qualität und langer Lebensdauer liefert.

Doch das gelingt nur, wenn diese Unternehmen nicht nur tolle Produkte liefern, sondern auch deren Organisation und ihre internen Prozesse immer wieder überprüfen.

Frei nach dem Motto von Taiichi Ono:

„No problem is a problem“

Das heißt in der heutigen Zeit, dass sich diese Unternehmen von der Funktionsorientierung in den indirekten Bereichen zu einer prozessorientierten Organisation weiterentwickeln müssen, um 15-20% effizienter und effektiver arbeiten und um die Vorteile der Digitalisierung wirklich nutzen zu können.

Aus Lean Gesichtspunkten steht der Kunde im Fokus des Interesses. Der Kunde möchte

  • sein individuelles Produkt,
  • mit bester Qualität,
  • zu angemessenen Preisen,
  • schnell verfügbar

haben.

Diese 4 Wettbewerbsfaktoren des Business on Demand gelten heute noch mehr als in der Vergangenheit.

Die deutschen Weltmarktführer werden nur überleben, wenn sie sich dieser Herausforderung stellen, diese Chance nutzen und damit die Fähigkeit erlangen, die Wettbewerbsfaktoren des Business on Demand wirklich zu liefern.

Betrachtet man es also aus der Gesamtsicht, sind billige Komponenten, z.B. aus Asien, nicht die Lösung.

Die Lösung sind nur innovative Produkte und innovative Prozesse, um die Wettbewerbsfaktoren des Business on Demand liefern zu können.

Statt diesen Weg zu gehen, riskieren diese Unternehmen, dass diese Geräte oder Maschinen durch einen billigen Motor nach 3,4 oder 5 Jahren kaputt gehen????

Viele könnten jetzt denken: „Dann verdient ja unser Servicebereich an der Reparatur auch noch !!!!!! Toll!!! Super !!!“

Aber aus Kundensicht betrachtet … „wird dieser Kunde jemals ein weiteres Modell dieser Firma kaufen“ ???

Oder wird er im Freundeskreis verbreiten: „Die kannst Du mittlerweile getrost als Qualitätslieferant vergessen“.

Billig ist eben teuer !!!!

Bleiben Sie uns gewogen – bleiben Sie lean.

Ihr Bodo Wiegand

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