Eine Lean-Geschichte zum Jahresabschluss

Natürlich kann ich das Jahr nicht beenden, ohne Ihnen eine kleine Geschichte zu erzählen. Vor mehr als 20 Jahren habe ich die Ideen von Lean Management kennen und schätzen gelernt. Damals habe ich diese Ideen in der Schmiede, in der ich gearbeitet habe, umgesetzt und eingeführt. Es klappte super und war ein voller Erfolg. So motiviert wollte ich dann unseren Haushalt Lean gestalten – und bin kläglich gescheitert. Zuerst …

Dann war irgendwann mein geliebter Ketchup nicht da. Bei 4 Kindern absolut kein Wunder.

Die Reaktion meiner Frau können Sie sich ja vorstellen. Am Montag wurden 5 Flaschen besorgt und natürlich ging es einige Monate gut und dann …

kam meine Stunde!!!

Wieder war kein Ketchup da …

Am nächsten Wochenende habe ich mich dann mit Nägeln, Haken, Hammer und genügend Plastikschildern, mit denen man Schlüssel kennzeichnet, bewaffnet. Unser Vorratsregal wurde mit kleinen Nägeln und einem Haken gespickt, der Vorrat einsortiert und die Schilder mit Ketschup, Senf, Zahnpasta, etc. beschriftet und an den dazugehörigen Regalplatz gehängt.

Eine einfache Regel wurde kommuniziert: Wer das letzte Glas, die letzte Flasche, etc. entnimmt, hängt das dazugehörige Schild an den Haken. „Das klappt nie“, war der Kommentar. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten wurde es schließlich zum größten Erfolg. Meine Frau brauchte nur noch die Schilder vom Haken zu nehmen und wusste, was einzukaufen war – es fehlte wirklich nie wieder etwas – o.k., fast nie wieder. Aber alle fanden es gut und Lean war wirklich positiv besetzt.

Also, meine lieben Lean-Freunde – ich kann Ihnen nur raten – seien Sie vorsichtig mit der Einführung von Lean in Ihrem Haushalt und vor allem nicht gegen den Haushaltsvorstand, sondern nur mit ihm.

Aber vor allem, fangen Sie nicht während der Weihnachtszeit an, sondern gönnen Sie sich ein paar Stunden der Ruhe, nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihre Lieben. Nehmen Sie sich einmal Zeit, nichts zu tun. Ich weiß, es ist schwer – aber nötig. Denn Sie wissen ja, die größte Verschwendung ist die Verschwendung von Human Capital – man lebt nur einmal.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine geruhsame Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches Neues Jahr.

Bleiben Sie uns gewogen – bleiben Sie Lean.

Ihr Bodo Wiegand

P.S.: DANKE. Ich möchte mich bei Ihnen für die vielen Kommentare und den Zuspruch, den Sie mir entgegenbringen, ganz herzlich bedanken.

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